Rochen – Neue Rochen einsetzen

Wenn man Rochen abholt oder verschickt bekommt, sollte man ein paar wichtige Details beachten. Die Neuankömmlinge sind durch den Transport sehr gestresst und ihnen sollte das Umsetzen und das neue Aquarium so angenehm wie möglich gestaltet werden.

Auspacken:

Nach dem Öffnen der Versandbox schaut man erst einmal wie der Zustand der Tiere ist, um gegebenenfalls eine Notfallversorgung durchzuführen. Wenn das Tier gar kein guten Eindruck mehr macht oder auch Kot im Behälter ist, sollte man sehr schnell umsetzen. Wenn Rochen in den Transportbeutel koten, kann dieses zu sehr großen Problemen führen. Da sie einen sehr hohen Stoffwechsel haben und viel schlechte Stoffe ausscheiden, können die Tiere so sehr schnell daran verenden. Auch wenn sie erst einmal noch leben, können sie im Nachgang noch an der Vergiftung eingehen. Solche Vorfälle höre ich jedenfalls immer wieder. Es liegt natürlich in der Verantwortung des Verkäufers, dass die Rochen vor dem Transport mindestens 2 Tage nichts zu fressen bekommen, damit dann am Versandtag der Darm wirklich leer ist.
Ob man die Rochen dann im Transportbeutel behält oder den Beutel mit den Rochen in die Styroporbox kippt, ist Geschmackssache. Aus dem Beutel lassen sie sich schlechter rausfangen. Sie in die Box zu kippen bedeutet zusätzlicher Stress und die Box könnte nach dem Transport undicht sein – das hatte ich auch schon.

Wasserwerte angleichen:

Sollte es bei der Temperatur einen deutlichen Unterschied zwischen Aquariumwasser und dem Wasser in der Box geben, muss man als erstes nur die Temperatur angleichen. Das geht ganz gut, indem man die Tüte mit dem Rochen einfach ins Aquarium hängt. Wenn denn schon zu erwarten ist, dass es einen Temperaturunterschied geben wird (zB da Übernachtversand im Winter stattfindet) sollte man vorab die Aquariumtemperatur etwas runterfahren, damit die Differenz nicht so groß ist.
Erst wenn die Temperatur nur noch ca. 3°C Differenz beträgt, fängt man an das Aquariumwasser zu den Rochen zu geben um alle weiteren Wasserwerte anzugleichen. Das Ganze machen wir, weil ein direktes Angleichen der Wasserwerte noch mehr Stress für die Tiere bedeutet. Je nachdem wieviel Wasservolumen im Transportbeutel ist, macht man den Angleich mit einen Luftschlauch, mit dem man Wasser (wie beim Wasserwechsel) zu den Rochen laufen lässt, oder man nimmt noch größere Behälter, um das Wasser rüber zu befördern. Von dem Wasser was beim Rochen ankommt entnimmt man immer wieder vermischtes Wasser und kippt es weg. Da die ganze Zeit Aquariumwasser nachfließt, ist dann bald beim Rochen auch fast nur noch Aquariumwasser, sodass er dann umgesetzt werden kann. Dieser Vorgang mit dem Angleichen des Wasser sollte insgesamt ca. 30 Minuten dauern. Zu schnell ist zu schnell andere Wasserwerte für den Rochen, zu lange wird dem Tier irgendwann zu stressig.

Umsetzen:

Der Rochen sollte aus seinem Behälter heraus gekeschert werden, da nicht unnötig etwas vom fremden Aquariumwasser ins neue Aquarium gelangt. Hierbei erweist es sich wiederum als praktisch, wenn die Rochen in der Box oder eine Wanne schwimmen. So kann man sie recht leicht keschern auch, wenn man deutlich spürt, dass sie sich durch einen Unterdruck am Boden festhalten. Das Gleiche gilt in einem Transportbeutel auch. Wenn dieser zudem sehr klein ist, ist es richtig schwierig mit dem Kescher unter den Rochen zu kommen. Bei sehr großen Beuteln, in denen man sich mit dem Kescher gut bewegen kann, ist das deutlich einfacher. Aber wie gesagt, es ist Geschmackssache.
Wenn der Rochen im Kescher ist, ist es sehr praktisch, den Schwanz raushängen zu lassen. Die am Schwanz befindlichen Dornen, verhaken sich sehr schnell im Keschernetz und dann hat man ein richtiges Problem! Hierbei kann gegebenenfalls mit einer ruckartigen Bewegung das Netz wieder gelöst werden oder man muss das Tier mit einen Katermesser frei schneiden. Da ist für beide Seiten unangenehm. Also am besten den Rochen von vorne keschern, sodass der Schwanz rausguckt (hierfür keinen Riesenkescher verwenden) und dann ganz schnell ins Aquarium geben. Auf den giftigen Rochenstachel sollte man hier keine Angst haben, weil der den Rochen eingepackt hat, für den Transport den Stachel abknipsen oder einen Schutz über den Stachel ziehen sollte.

Das erste Aquarium:

Wenn die Rochen ins neue Aquarium gekommen sind, sollten sie hier unbedingt alleine sitzen. Ohne andere Rochen oder Beifische, die die Neuankömmlinge nerven können! Das funktioniert durch ein separates Aquarium, oder indem man das Aquarium mit Gitter oder Filtermatte unterteilt. Diesen Tipp sollte man unbedingt zu Herzen nehmen, weil ich es schon sehr oft miterlebt habe, dass Rochen schon nach der ersten Nacht gestorben sind. Außerdem sollten die Aquarien nie einen Heizstab ohne Schutz haben. Dort können sich die Rochen schnell verbrennen.