Rochen – Technik

Filterung:

Die wichtigste Technik bei einer erfolgreichen Rochenhaltung ist die Filterung. Da die Tiere recht viel ausscheiden, muss die Filterung etwas effektiver sein, als zum Beispiel Filterhersteller als geeignete Aquariumgröße angeben. Wenn man sein Rochenbecken mit Außenfilter betreibt, sollte man nach meinen Erfahrungen 50% mehr Filterleistung anschließen, als der Hersteller angibt. Außerdem kann es mal sein, dass die Rochen die Saugnäpfe der Leitungen abspielen.

Bei größeren Schaubecken empfehle ich jedoch ein Filterbecken als Filterung zu nutzen. Das hat den Vorteil, dass man mit einem sehr großen Filtervolumen arbeiten kann. So hat man eine sehr lange Standzeit und muss den Filter sehr selten reinigen. Man kommt außerdem gut an die Filtermedien heran, wenn man sie mal reinigen muss und erspart sich das mühselige Öffnen eines Außenfilters. Bei einem Filterbecken sollte man immer mit der mechanischen Filterung starten, also erst einmal den groben Schmutz heraus filtern. Hierfür eignet sich als erstes Filterwatte und im Nachgang herkömmliche Filtermatten. Diese muss man jedoch häufiger reinigen und sollte dieses auch nicht vergessen. Die beste mechanische Filterung ist nämlich, wenn der Schmutz schnell aus dem Aquariumwasser raus kommt! Hierfür eignet sich ganz besonders ein Vliesfilter. Mit seinem Vliesband transportiert dieser Vorfilter den Schmutz direkt aus dem Wasserkreislauf heraus, damit im Wasser nichts mehr gammeln kann. Wie man einen Vliesfilter selber bauen kann, habe ich HIER erklärt.
Danach folgt die biologische Filterung. Sie kommt immer im Nachgang, da der Schmutz das Filtermaterial nicht zusetzen soll, damit es arbeiten kann. Damit hier die Filterbakterien arbeiten können, sollte gegebenenfalls das Wasser nochmal mit Sauerstoff angereichert werden. Ich verwende hier als Filtermaterial sehr gerne SERA siporax und Helix. Diese bieten eine hervorragende Filterleistung. Das letzte Abteil des Filterbeckens ist das Technikabteil. Hier kann neben der Pumpe, die das Wasser ins Aquarium zurück fördert auch weitere Technik wie Heizung, Frischwasserleitung etc. installiert werden.
Ein Filterbecken sollte mindestens 20% des Aquariumvolums besitzen. Bei dieser Größe ist es wiederum ausreichend, wenn das Aquariumwasser einmal die Stunde die Filtermedien durchströmt. Aber Achtung: Eine Förderpumpe schafft längst nicht das Volumen umzuwälzen, welches sie angibt. Das Wasser muss nämlich auch noch einen enormen Höhenunterschied überwinden und Rohre, Winkel und Schläuche geben dem Wasser einen Widerstand, sodass hier am Ende auch weniger bei raus kommt. Um bei meinem Schaubecken tatsächliche 4.500l pro Stunde zu fördern, benötige ich eine Pumpe, die laut Hersteller bei 110W 15.000l pro Stunde schafft.

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In diesem Video zeige ich, wie ein Filterbecken aufgeteilt sein sollte:

Wenn es einem nicht stört, kann man auch sehr gut mit Bio-Innenfilter arbeiten. Diese nehmen zwar Platz im Aquarium weg, sie sind aber wegen der gleichen Wasserstandshöhe, energetisch sehr sparsam zu betreiben. Diese Filter nutze ich in meiner Zuchtanlage. Als Pumpe verwende ich TUNZE Strömungspumpen, die man wegen ihrem runden Auslass sehr einfach an einer Lochbohrung befestigen kann. Für eine Förderleistung von 4.000l pro Stunde benötigt so eine Pumpe gerade einmal 5W! Um den Rochen trotz Innenfilter keinen Schwimmraum weg zu nehmen, kann man diesen Filter auch „unterschwimmbar“ machen, also einfach den Filter nicht bis zur Bodenscheibe gehen lassen und rund 20cm Platz lassen.

Um einen Vergleich zwischen Filterbecken und Bio-Innenfilter zu ziehen, schau dir dieses Video an:

Ein HMF-Filter (Hamburger Mattenfilter) hat sich meines Erachtens für ein Rochenbecken nicht so gut bewährt, weil diese wegen der Aquariumgröße auch ziemlich groß sein sollten. Und genau hier ist das Problem: Wenn man die Filtermatte mal sauber machen möchte, führt dieses zu einer riesen Sauerei im Aquarium. Eine richtig große Matte kann man nicht mal eben unterm Eimer halten und schnell raus nehmen. Für kleine Aquarien oder auch kleine Aufzuchtbecken finde ich einen HMF sehr gut.

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Heizung:

Da Rochen es mit 28-30°C sehr warm mögen, spielt die Heizung auch eine sehr wichtige Rolle. Zum Einen kann man natürlich mit einen gewöhnlichen Heizstab heizen. Wenn dieser mit im Aquarium hängt, sollte man aber unbedingt beachten, dass die mit einem Verbrennungsschutz ausgestattet ist. Die Haut der Rochen ist sehr sensibel, was Hitze angeht. Daher muss so ein Heizstab unbedingt durch eine Ummantelung abgeschirmt werden. Hierbei kann man schon Heizstäbe mit so einem Schutz erwerben oder man baut selbst etwas drum herum. Zum Beispiel mit einem Gitter und Kabelbinder oder eine Röhre, die mehrere Löcher/Schlitze hat. Wenn man ein Filterbecken oder Bio-Innenfilter hat, sollte der Heizstab natürlich dort im Technik-Abteil Platz finden.

Heizkabel sind in der Rochenhaltung völlig ungeeignet. Diese werden für gewöhnlich im Bodengrund vergraben. Allerdings sind Rochen sehr gut am buddeln und legen diese Heizkabel sehr schnell frei.

Für größere Aquarien rechnet sich sehr schnell der Anschluss an der Zentralheizung des Hauses. Dieses wird im Bau und Anschaffung zwar etwas teurer sein, allerdings amortisiert sich die Investition schon in kürzester Zeit! Ich selber habe eine Gasbrennwert-Therme mit Warm-Wasser-Solar auf dem Dach. Anfangs habe ich die Anlage mit einem ThermoControl (Pool-Thermostate sind zu ungenau) auf konstant 30°C laufen lassen. Nach 2 Jahren Laufzeit habe ich eine kleine, aber effiziente Änderung vorgenommen: Ich habe die Temperatur ab Mittags, wenn die Solaranlage das Wasser aufgewärmt hat, die Temperatur bis 30,5°C ansteigen lassen und Nachts durfte die Temperatur wieder bis auf 29°C abfallen, bevor mit Gas wieder geheizt wurde. Also ein bisschen schwankende Wassertemperatur, ganz wie in der Natur. Das Ergab bei 6000l Wasservolumen eine Ersparnis von 136,00€ in der Gasabrechnung! Ansonsten sind die Heizkosten auch kaum spürbar. Ich habe nach Hausbau über ein Vergleichsportal angegeben wieviel Quadratmeter das Haus hat und danach einen Vertrag abgeschlossen. Ich musste in den ersten 4 Jahren nie Gas nachzahlen.

Beleuchtung:

Generell kann man sagen, dass Rochen keine starke Beleuchtung brauchen. Auf meinem 4500l-Becken befinden sich 50W LED-Leisten, auf dem 2400l-Becken sind 32W LED-Leisten im Einsatz. In der Rochenhaltung kann man sich allerdings mehr Gedanken über die Lichtfarbe machen. Hierbei nutze ich je nach Rochenart, Beifischen und sogar Dekoration ganz verschiedene Kelvin-Zahlen. Für ein Schaubecken mit viel Deko und Beifischen, die auch Rotanteil haben, sind 6500K eine gute Lichtfarbe. In einem dekorierten Becken, in dem nur Rochen und insbesondere auch schwarze Rochen sind, gehe ich sogar auf 11000K. Mit so einer hohen Kelvinzahl kommt der Kontrast äußerst gut zur Geltung! In einem weiß folierten Becken, in dem schwarze Rochen sind, sehen 11000K wiederum absolut furchtbar aus! Da scheint dann alles blau zu sein, sodass sich 6500K dort besser bewährt haben. Da Bilder mehr als Worte sind, schau dir dieses Video über die Beleuchtung meiner gesamten Anlage an:

Strömung:

In einem Rochenbecken darf ruhig etwas stärkere Strömung herrschen. Zum Einen natürlich auch, da wir mit der Filterung nicht so eine starke Strömung produzieren (1-2x Beckeninhalt pro Stunde). Zum Anderen aber auch, um mit der richtigen Strömung den Dreck und Mulm zum Filtereinlass zu transportieren. Dann landet der ganze Schmutz nämlich auch da, wo er hin soll: Im Filter!
Das Wichtigste ist aber, dass sich die Rochen mit etwas mehr Strömung wirklich wohl fühlen. Sie schwimmen auch mal gerne gegen die Strömungspumpe an. Des Weiteren nutze ich die Strömung in der Aufzucht von Rochen auch, um ihnen etwas mehr Muskulatur aufzubauen. Dadurch sind sie dann stärker und deutlich vitaler.

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