Rochen – Ernährung

Rochen sind Fleischfresser und sollten auch dementsprechend gefüttert werden. Da sie nicht besonders gut sehen können, merken sie immer erst über ihre Geschmacksnerven, dass sich Futter im Aquarium befindet. Auch wenn man sehr gut zu sehen Futter an einem Ende des Aquariums hinein gibt, brauchen die Tiere etwas, bis sie merken, dass es etwas fressbares gibt. Da man manchmal nicht erkennen kann, ob die Rochen fressen oder sich nur über das Futter legen, kann an der Bewegung der Spritzlöcher (Löcher neben den Augen) erkennen, ob sie fressen. Diese klappen dann auf und zu wie eine Kaubewegung, also deutlich schneller, als wenn sie normal atmen. Hierauf achte ich selbst bei neugeborene Rochen oder sehr schlecht fressende Rochen drauf.

Babyrochen sind im Gegensatz zu erwachsenen Rochen sehr langsame Esser. Daher setze ich Jungtiere bis zu einem Alter von bis zu einem Jahr gerne separat mit Rochen des gleichen Alters, aber auf keinen Fall mit Beifischen. Die jungen Rochen müssen quasi im Futter stehen, damit sie ganz gemütlich über einen längeren Zeitraum ihre Nahrung zu sich nehmen können. Sonst drohen sie zu verhungern! Auch sollten Rochen beim Züchter erst richtig futterfest sein, bevor man sie kauft. Ich selber hatte auch schon ein P. scobina, der nach der Geburt gut angefangen hat zu fressen, und dann nach über 6 Wochen das Fressen wieder eingestellt hat. Trotz, dass er separat gesetzt wurde und so viel fressen hätte können, wie er möchte, ist das Tier am Ende eingegangen. Das hat es nochmal unterstrichen, warum ich Rochen erst nach mindestens 3 Monaten verkaufe. Die Rochen, die zum Verkauf stehen, findest du HIER.
Junge Rochen füttere ich bis zu einem Alter von 2 Jahren 2 Mal täglich. In dieser Zeit legen sie auch das stärkste Wachstum hin. Danach reicht es dann, wenn sie einmal täglich gefüttert werden.

Frostfutter:

Ich füttere meine Rochen ausschließlich mit Frostfutter. Dieses wird sehr gut von den Tieren angenommen und enthält alle Inhaltsstoffe, um die Tiere sehr lange gesund zu pflegen. Vor dem füttern taue ich es portionsweise in Schalen mit Wasser auf.
Die Lieblings-Futtersorten meiner Rochen sind (in Reihenfolge):
– Miesmuscheln
– Stinte
– Rote Mückenlarven
– Garnelen
– Artemia
– schwarze Mückenlarven
Aber hier gibt es zwischen den verschiedenen Arten, die ich Pflege auch unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Bei den P. itaituba (P14) brauch ich fast nur mit Miesmuscheln ankommen. Alles Andere wird nur sehr schlecht angenommen. P. scobinas mögen im Gegensatz zu meinen anderen Rochen lieber Stinte als Miesmuscheln. Babyrochen bekommt man in der Regel mit roten Mückenlarven das erste Mal zum Fressen. Das kann aber auch schon einmal bis zu 2 Wochen dauern, bis die Neugeborenen das erste Mal etwas fressen. Hier muss man sich anfangs also keine Sorge machen. Manchmal haben sie nach der Geburt auch noch einen Dottersack am Bauch, von dem sie sich auch ernähren. Wenn sie dann schon ca. 4-6 Wochen alt sind, fange ich an, richtig kleingeschnittene Stinte mit dazu zu geben. Sie sollten so groß wie die Mückenlarven geschnitten werden. Ich wollte es mir mal leichter machen, in dem ich die Stinte in den Mixer gebe, dann wird es allerdings sehr breiig und das gefällt den Rochen auch wieder nicht. Etwas größere Stücke werden zwar auch runtergeschluckt, diese sind dann aber schwieriger zu verdauen und das Tier frisst unterm Strich nicht so viel, wie es eigentlich sollte. Den Geschmack für Miesmuscheln entwickeln die Tiere nach meinen Erfahrungen erst viel später. Es hat meistens ein gutes Jahr gedauert, bis Miesmuscheln gut angenommen wurden. Hier kann man auch erst einmal mit fertigen Muschelhack starten.

Neben dem gezeigten Futter bieten sich natürlich noch zahlreiche weitere Futtersorten an. Wie gesagt, Rochen sind halt Fleischfresser und da kann man zur weiteren Abwechselung alles mögliche ausprobieren. Ich bin allerdings immer ein Freund davon, den ganzen Futterfisch zu geben und nicht nur das Filet. Durch den Magen- und Darminhalt, des Futterfischs ernährt man den Rochen auch mit etwas pflanzlicher Kost, was garantiert nicht schaden kann.

Lebendfutter:

Lebendfutter ist zwar auch eine Möglichkeit die Rochen zu füttern, aber da habe ich selber zu viel Angst, mir eine Krankheit ins Aquarium zu holen. Zudem ist mir aufgefallen, dass Rochen selbst an lebende Guppys gar nicht mehr interessiert sind, wenn sie nur Frostfutter kennen.

Selbst gefangener Fisch aus heimischen Gewässern ist auch ein beliebtes Futter. Hierfür eignen sich besonders gut die Weißfische Rotfedern und Rotaugen. Diese mögen Rochen auch sehr gerne. Diese sollten allerdings auch nicht lebend oder roh verfüttert werden, sondern vorher bei mindestens -20°C durchfrieren, damit Krankheiten und Parasiten keine Chance haben.

Trockenfutter:

An Trockenfutter sind Rochen meistens sehr schwierig dran zu kriegen. Hier gibt es spezielle Großfisch-Granulate oder auch Stör-Pellets. Der Vorteil an dem Futter ist, dass im Urlaub auch problemlos über ein Futterautomat gefüttert werden kann. Des Weiteren brauch man bei sehr energiereichen Pellets nicht sonderlich viel Futter, sodass man etwas Geld spart.