Rochen – Wasserwerte

Ganz einfach gesagt: Rochen brauchen die gleichen Wasserwerte wie Diskus.
Da Rochen im gleichen Lebensraum wie Diskus vorkommen, sind die Haltungsbedingungen quasi identisch. Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings behaupten, dass Rochen viel einfacher als Diskus zu halten sind.

Temperatur:

Rochen mögen etwas wärmere Wassertemperaturen. Das bedeutet, dass sie bei 27-30°C gehalten werden sollten. Wenn sie zu kalt gehalten werden, fressen sie weniger. Hinzu kommt, dass sie sich weniger bewegen und sogar die Fortpflanzung einstellen. Daher sollte man hier auf gar keinen Fall sparsam sein. Ich halte meine Rochen auf 29-30,5°C.

pH-Wert, Wasserhärte und Karbonathärte:

Bei diesen Werten sind Rochen recht Anpassungsfähig. Das ist auch ein Unterschied zur Diskushaltung. Rochen können auch langfristig in Wasserwerten gehalten werden, die nicht ganz ihres ursprünglichen Lebensraum entsprechen. Bei mir kommt das Wasser zwar mit einer Härte von 25° aus der Leitung, sodass ich zusätzlich mit einer Osmose-Anlage arbeite. Eine Wasserhärte von <10° erreiche ich damit trotzdem noch längst nicht. Am beeindruckendsten war ich jedoch von einem P. wallacei von Michael Böttner. Diesen hat er vor 23 Jahren selbst gefangen und importiert. Das Tier war damals schon rund 3 Jahre alt. Seit dem hält er diesen Rochen auf seinem Leitungswasser mit einer Härte von 23°. Der Rochen lebt immer noch und zeigt sich bester Gesundheit!
Auch von Vorteil in der Rochenhaltung ist es, wenn pH-Wert und vor allem die Karbonathärte etwas höher sind. Ein befreundeter Rochenhalter aus Dresden hat einen sehr niedrigen pH-Wert und Karbonathärte aus der Leitung. Durch den hohen Stoffwechsel und eiweißhaltigen Fressen der Rochen kämpft er ständig einen Säuresturz entgegen. Eine höhere Karbonathärte würde den pH-Wert vorm sinken schützen. Da Diese aber kaum vorhanden ist, muss er den pH-Wert immer sehr gut im Auge behalten. Außerdem ist hier mindestens einmal die Woche ein großer Wasserwechsel angesagt.

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Nitrat und Nitrit:

Bei diesen Werten reagieren Rochen weit aus empfindlicher! Wenn Nitrat und Nitrat etwas zu hoch sind, kann es schon dazu kommen, dass die Rochen das Fressen einstellen. Daher sollte man eine große Filteranlage haben, wie bei TECHNIK beschrieben. Des Weiteren ist aber auch ein Nitratfilter sehr effektiv. Wenn die Rochen wegen zu hohen Nitrat oder Nitrit-Werten das Fressen einstellen, sollte man der Ursache aber auch auf den Grund gehen.
– Sind vielleicht irgendwo Futterreste am gammeln? Diese sollten nie einfach liegen gelassen werden, sondern immer abgefischt werden, wenn die Rochen kein Hunger mehr haben. In der Regel gehen Rochen später auch nicht mehr an das liegengebliebene Futter ran.
– Sind die Rochen gewachsen und die Filterung zu klein? Dann unbedingt die Filterung vergrößern! Diese Erfahrung habe ich mit herkömmlichen Außenfiltern gemacht, die laut Hersteller für die Beckengröße ausreichend waren. Rochen produzieren aber einfach viel mehr Dreck als andere Aquarienfische.
– Ist der Filter schon richtig eingelaufen? Besonders bei einem neu eingerichteten Aquarium sollte man genau darauf achten, dass der Filter schon gut eingelaufen ist. Ich setze direkt nach Start des Aquariums gerne einfache Glasgarnelen ins Becken. Diese sorgen schon einmal dafür, dass der Filter etwas anfängt zu arbeiten. Danach kommen gegebenenfalls auch die ersten Beifische, die den Filter noch mehr arbeiten lassen und dann halt erst die Rochen. Von den Garnelen bin ich aber ein riesen Fan! Sie sind nicht nur etwas Lebendfutter für die Rochen, sie leben im Filterbereich fröhlich weiter und vermehren sich dort auch gut. Dort kommen nämlich bei einer guten Filterung alle Futterreste an und bevor diese anfangen zu gammeln, werden sie von den Garnelen aufgefressen. Nach der Inbetriebnahme meines 3900l-Zuchtblocks, der am großen Wasserkreislauf mit angeschlossen ist, hat es keine 4 Wochen gedauert, bis ich die ersten Garnelen in den Bio-Innenfiltern gefunden habe.

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Sauerstoff:

Rochen benötigen einen ziemlich hohen Sauerstoffgehalt im Wasser. Daher sieht man in vielen Rochen-Aquarien auch Sprudelsteine am mitlaufen. Bei Sauerstoffmangel gehen Rochen nicht an die Oberfläche, sondern bleiben ruhig am Grund und stellen das Fressen ein. Außerdem sind sie bei der Atmung mehr am „pumpen“. Neben der Membranpumpe kann man auch gut mit Diffusern arbeiten. Eine Strömungspumpe, die nahe der Wasseroberfläche ist zieht auch ab und zu etwas Luft mit ein und zerstäubt es. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, weil das auch laut und nervig werden kann.

Keimdichte:

Durch den hohen Stoffwechsel der Rochen, kommt es auch zu einer erhöhten Keimdichte im Aquarium. Die Rochen selbst haben noch nie empfindlich darauf reagiert. Wenn man allerdings Cichliden als Beifische hat, kommt es bei denen vermehrt zur Lochkrankheit, die halt durch hohe Keimbelastung hervor gerufen wird. Hierbei helfen UVC-Klärer oder die sehr preiswerte Alternative, ein Glasperlenfilter. Dieser wird als Bypass im Filtersystem angeschlossen und benötigt kein weiteren Strom. Er muss lediglich ca. einmal die Woche durch Rückspülung gesäubert werden.

Kupfer:

Kupfer ist sehr schlecht für Rochen und es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass kein Kupfer mit ins Aquariumwasser gelangt. Besonders bei Medikamenten sollte man vorher genau den Beipackzettel lesen, ob Kupfer mit enthalten ist. Das kommt nämlich öfters vor!
Bei älteren Häusern sollte man darauf achten, ob die wasserführenden Leitungen aus Kupfer sind. Wenn dem so ist, muss man die Leitung vorher einmal gut durchspülen, bevor man das Wasser ins Aquarium gibt.

Wasserwechsel:

Mit das Geheimrezept für eine erfolgreiche Rochenhaltung sind sehr großzügige Wasserwechsel. Ich war schon bei sehr erfolgreichen Rochenzüchtern, die eher auf eine simple Filterung setzen, aber einmal die Woche mindestens 80% Wasserwechsel machen. Je nach Filterung und Besatzdichte muss aber nicht gleich so viel sein. Als meine Rochen noch kleiner waren haben auch nur 20% Wechsel in der Woche vollkommen gereicht. Hier gilt halt die Tiere immer im Blick zu behalten und gegebenenfalls anzupassen.
Um das Leitungswasser nochmal komplett von Schadstoffen zu befreien empfiehlt sich einen Atlas Filtri in der Zuleitung zwischen zu schalten. HIER findest du mehr zum Thema.
Ein Luxus beim Wasserwechsel ist es, wenn mal Frischwasser- und Abwasseranschluss direkt an seinem Aquarium hat. Ich habe zusätzlich alle Aquarien miteinander verbunden. In diesem Video gehe ich auf den automatischen Wasserwechsel ein:

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